Gott und die Welt

Gott und die Welt

Transkript

Zurück zur Episode

00:00:00: Antenne, Gott und die Welt.

00:00:02: Der Podcast.

00:00:03: Ich hinterlasse ein Pünktchen Mit meinen Schülerinnen und Schülern.

00:00:07: lesen wir gerade die Geschichte eines kleinen Schmetterlings.

00:00:10: Seine Flügel sind ganz weiß Und genau das macht ihn traurig.

00:00:13: Er glaubt dadurch nicht besonders genug zu sein.

00:00:17: Er sieht die anderen Schmetternlinge mit ihren Farben dass ihm etwas fehlt.

00:00:22: Auf seinem Weg begegnet er verschiedenen anderen, einer hört ihm zu und erzählt ihm eine aufmunternde Geschichte ein anderer ist hart und schickt ihn weg Und wieder.

00:00:31: ein anderer begegnete ihm freundlich und bestärkend.

00:00:34: Am Abend also zur Ruhe kommt entdeckt der etwas auf seinen Flügeln drei kleine Punkte Ein blauer?

00:00:41: Ein Violetta Die Farben der Schmetterlinge, denen er begegnet ist.

00:00:46: und bevor er einschläft entsteht eine leise Frage in ihm.

00:00:49: Obwohl auch Erspuren hinterlassen hat auf ihren Flügeln unsichtbar vielleicht aber da.

00:00:56: In der Klasse haben wir darüber gesprochen über Herzenspuren, über Worte die bleiben.

00:01:01: Über Begegnungen, die etwas im Inneren eines Menschen verändern.

00:01:04: Manchmal für lange Zeit.

00:01:06: vielleicht ist jeder von uns und jede ein solcher Schmetterling und jedes Wort ein Pünktchen auf den Flügeln eines anderen.

00:01:29: Vor kurzem bin ich spazieren gegangen wie so oft beim Altenheim vorbei.

00:01:33: Ich dachte noch Wie schön es wäre heute einer Person wirklich zu begegnen nicht nur vorbeizugehen Und tatsächlich kam mir eine ältere Dame mit ihrem Rolator entgegen.

00:01:43: Wir haben uns gegrößt und ohne es zu planen, sind wir schnell ins Gespräch gekommen.

00:01:47: Es war kein oberflächliches Gespräch!

00:01:49: Es wurde schnell tief über ihr Leben, ihre Heimat... ...über das Älterwerden, über Alltag, über das was trägt.

00:01:57: Zwischendurch hat sie sich auf ihren Rollator gesetzt um sich auszuruhen und wir haben einfach weiter geredet.

00:02:04: Es hat mich berührt, wie es selbstverständlich näher entstehen kann wenn man sich wirklich Zeit lässt.

00:02:09: Wenn man nicht nur fragt, wie geht's sondern wirklich zuhört.

00:02:12: und ich habe mich gefragt, wie oft wir Menschen begegnen ohne uns wirklich zu begegnern?

00:02:18: Wie oft wird aneinander vorbeileben obwohl eigentlich so viel Tiefe möglich wäre?

00:02:23: Es sind genau diese zufälligen Begegnungen die uns daran erinnern dass Verbindung oft nur einen Moment entfernt ist.

00:02:42: Wann fühlen wir uns eigentlich geborgen?

00:02:45: Wir sprechen oft darüber, ob man Kinder verwöhnen kann wenn man ihnen zu viel Liebe gibt und ich glaube diese Sorge geht oft in die falsche Richtung.

00:02:52: Liebe macht nicht abhängig sie gibt halt.

00:02:55: Geborgenheit ist etwas anderes.

00:02:57: es ist dieses Gefühl nichts leisten zu müssen Nicht funktionieren zu müssen nicht anders sein müssen als man gerade ist.

00:03:04: Ein Moment indem niemand etwas von einem erwartet indem man einfach da sein darf genau so wie man isst.

00:03:11: Im Alltag verlieren wir das manchmal aus dem Blick.

00:03:13: Wir sind müde, genervt in Gedanken schon beim nächsten Termin und dann liegt da dieses Kind neben uns dass einfach nur näher sucht Und irgendwann wird es diesen.

00:03:23: Kannst du noch kurz bei mir bleiben?

00:03:26: Moment nicht mehr geben.

00:03:27: Es gibt so viele letzte Male die wir nicht bemerken.

00:03:30: Vielleicht liegt genau darin eine leise Einladung öfter zu bleiben Nicht sofort aufzustehen, nicht gleich weiterzugehen.

00:03:38: Geborgenheit ist nichts Lautes.

00:03:41: Aber sie bleibt im Körper, im Herzen – oft ein Leben lang!

00:04:04: Es gibt Menschen die finden Geborganheit in Beziehungen, in der Natur und Musik oder Momente in der Stille.

00:04:10: Für mich ist das auch ein innerer Ort, der mit Glauben verbunden ist.

00:04:14: Nicht als etwas Lautes oder Fertiges, eher als etwas Stilles.

00:04:18: Das da ist, auch wenn ich selbst nicht immer Zugang dazu habe.

00:04:22: Es gibt Zeiten in denen dieser Glaube sehr nah ist und andere, in denen er weit weg scheint.

00:04:27: Und trotzdem bleibt da die Vorstellung einer Liebe, die nicht fordert.

00:04:31: Eine Liebe, den ich sofort antworten verlangt, die mich enttäuscht, wenn ich zweifle oder mich entferne, sondern wartet.

00:04:39: Manchmal fühlt sich das an wie ein stiller Begleiter, nicht als Erklärung für alles, sondern als Raum in dem ich sein darf ohne mich rechtfertigen zu müssen.

00:04:48: Ich glaube viele Menschen suchen genauso einen Ort – egal wie sie ihn nennen!

00:04:53: Einen Ort an dem man einfach sein darf und an den man vielleicht spürt, ich muss nichts werden…Ich bin Sarah Hatzel Neumeier Religionspädagogin aus

00:05:06: Kärnten.

Über diesen Podcast

Gedanken über Gott und die Welt sollen Impulse geben: zum Innehalten, um Fragen zu stellen und Antworten zu finden.

➤ Gerne kannst du uns auch auf Facebook und Instagram folgen
https://www.facebook.com/antennestmk/
https://www.instagram.com/antennesteiermark/

➤ Hast du schon die neue Antenne App?
Get it here: https://www.antenne.at/steiermark/antenne-app

Antenne Steiermark - Meine Hits. Meine Steiermark.

von und mit Antenne Steiermark

Abonnieren

Follow us