00:00:00: Antenne Gott und die Welt, der Podcast.
00:00:03: Wir befinden uns mitten in der Fastenzeit.
00:00:06: Und schon vom allerersten Tag an war und ist das Thema Fasten in den Medien stark vertreten.
00:00:12: Zeitungsartikeln und Radiobeiträge überbieten sich gegenseitig mit den besten Tipps zum Fasten.
00:00:18: Es wird uns erklärt wie Fasten wirklich gelingt und was die besten Durchhalte-Tipps beim Fasten sind.
00:00:26: Promis erzählen von ihren Fastenvorsätzen und in manchen Zeitungen starten ein Redakteur oder eine Journalistin einen Fasten-Selbstversuch.
00:00:35: Glaubt man der medialen Berichterstattung?
00:00:37: Ist Fastener schon gerade voll im
00:00:39: Trend?!
00:00:40: Jetzt könnte man sagen, passt doch!
00:00:42: Schließlich ist Fastenzeit – stimmt Und trotzdem mit Trends ist das immer so eine Sache.
00:00:49: Sie wirbeln erst sehr viel Staub auf, inspirieren.
00:00:51: Menschen sind in aller Munde sind sie wieder verschwunden oder sie werden von einem anderen dem nächsten Trend abgelöst.
00:01:00: Für die Fastenzeit wäre das aber wirklich schade, denn abgesehen davon dass Fasten eine uralte Tradition ist und damit schon längst über jeden Trend erhaben jede und jeder von uns sollte sich aus eigener Überzeugung für das Fasten entscheiden nicht weil es gerade innen ist sondern weil wir ganz bewusst etwas ändern möchten, etwas wagen Neues und Ungewohntes hineinspüren, ganz egal ob gerade alle darüber reden oder niemand.
00:01:41: Wenn wir daran denken auf etwas zu verzichten fühlt es sich manchmal ein bisschen so an als würde uns etwas weggenommen Und zwar auch dann wenn wir uns ja freiwillig für diesen Verzicht entschieden haben.
00:01:53: Dabei geht es oft gar nicht so sehr um die Sache selbst sondern darum dass wir feste Gewohnheiten plötzlich umstellen und durchbrechen müssen der Griff zur Fernbedienung am Abend zu Tafelschokolade am Nachmittag, die Gelegenheitskäufe von sinnlosen Kleinigkeiten und das Einsteigen ins Auto.
00:02:11: Es sind keine besonderen Dinge aber oftmals sind sie so fest in unseren Alltag integriert dass eine Veränderung wirklich schwer fällt.
00:02:19: Besonders spannend wird dieses Gewohnheiten durchbrechen übrigens bei Fastenvorsätzen die keine Dinge in den Mittelpunkt stellen sondern Gedanken oder Haltungen.
00:02:29: Habt ihr zum Beispiel schon einmal vom sogenannten Schimpfenfasten gehört?
00:02:34: Dabei geht es, wie der Name schon sagt, darum sich über vermeintlich negative Dinge nicht gleich aufzuregen oder über Kleinigkeiten zu schimpfen.
00:02:43: Stattdessen versucht man neutral zu bleiben – oder im besten Fall etwas Positives an das Sache zu finden!
00:02:50: Ich halte das für eine absolut wunderbare Idee, denn ganz ehrlich wir alle neigen doch manchmal dazu einfach sinnlos drauf loszugranteln obwohl es dafür eigentlich gar keinen Grund gibt….
00:03:01: aber vielleicht schaffen wir es ja, darauf zu verzichten?
00:03:15: Wenn wir fasten und auf etwas verzichten, konzentrieren wir uns meistens auf die negative Seite dabei.
00:03:21: Auf den Verlust sozusagen!
00:03:22: Und ganz ehrlich ist auch ziemlich schwer, etwas Positives daran zu entdecken wenn man zum Beispiel vierzig Tage lang keine Süßigkeiten essen kann.
00:03:31: Ich persönlich bin ja ein sehr großer Süßigkeiten-Fan.
00:03:34: Und zwar ganz egal ob Kekse, Glade oder Gummibärchen – ich liebe sie alle.
00:03:38: Der Verzicht fällt mir also dementsprechend schwer Aber ich versuche mit allen möglichen Mitteln es mir etwas angenehmer zu gestalten.
00:03:46: Mit einem hübsch angerichteten Obstteller zum Beispiel, nein das schmeckt natürlich nicht nach Nougat aber es ist zumindest auch süß sieht schön aus und erleichtert mir den Verlust meiner Süßigkeiten ein kleines bisschen.
00:03:58: Bei anderen Fastenforsätzen ist die Sache mit den positiven Effekten etwas greifbarer zb beim sogenannten Handyfasten.
00:04:06: Derzeit verzichten ja im Rahmen eines großen Experiments österreichweit tausende Jugendliche auf ihr Handy.
00:04:12: Und obwohl das sicherlich sehr schwierig ist, berichten sie, dass sie plötzlich Zeit für andere Dinge gewinnen – ein kreatives Hobby ausprobieren, Sport machen mit Freundinnen und Freunden ganz gemütlich offline tratschen oder einfach nur mehr schlafen!
00:04:27: Der Zeitfresser-Handy verwandelt sich in etwas Positives und eröffnet neue Möglichkeiten.
00:04:32: Ich finde aus dieser Perspektive klingt Verzicht vielleicht gar nicht mehr so schlimm.
00:04:57: Wer sich mit Verzichten oder Pausieren beschäftigt, stolpert irgendwann auch über das Thema Loslassen.
00:05:04: Das ist übrigens auch schon ein bisschen zum Trend geworden.
00:05:07: Ausmisten minimalistisch werden reduzieren.
00:05:11: Dabei ist Loslassen wahrscheinlich eines der schwierigsten Dinge überhaupt Denn wir Menschen halten gerne fest Angewohnheiten an Dingen und Meinungen Oder auch an alten Geschichten.
00:05:21: Manches begleitet uns schon so lange dass wir uns kaum noch vorstellen können, wie es ohne wäre.
00:05:27: Gerade deshalb kann die Fastenzeit eine gute Gelegenheit sein sich einmal ehrlich zu fragen welche Dinge sind mir wirklich wichtig und welche tun mich auch gut?
00:05:37: Welche sind vielleicht einfach nur zu einer Gewohnheit geworden?
00:05:40: Woran halte ich fest obwohl ich merke das ist gar nicht mehr zu mir passt?
00:05:44: loslassen kann in diesem Zusammenhang dann eine neue Art von Freiheit sein.
00:05:48: Wenn wir ein bisschen Ballast abwerfen, wird der Blick wieder klarer für das was wirklich zählt.
00:05:54: Menschen Begegnungen die besonderen kleinen Momente im Alltag.
00:05:58: und vielleicht liegt genau darin eine der schönsten Seiten der Fastenzeit dass wir uns Schritt für Schritt wieder auf das wesentliche konzentrieren können.
00:06:07: Julia Rust katholische Kirche Steinmark Antenne Gott und Die Welt.