Gott und die Welt

Gott und die Welt

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00:00:00: Antenne Gott und die Welt, der Podcast.

00:00:04: Vor einiger Zeit haben wir in der Schule über Abraham gesprochen und über sein Vertrauen in Gott.

00:00:09: Aber woher kommt eigentlich so ein Urvertrauen?

00:00:12: In der Spiritualität, im Glauben, spricht man oft von der inneren Stimme, von der inneren Wahrheit.

00:00:19: Sie setzt sich zusammen aus dem, was wir wissen, aus unseren Erfahrungen, aus dem, was wir gelernt und erlebt haben und auch, was wir über Gott glauben.

00:00:28: Abraham brach alles ab.

00:00:30: Er hatte ein gutes Leben, genug für sich und seine Tiere, für seine Familie und doch verließ er seine Heimat im Vertrauen darauf, das Richtige zu tun.

00:00:39: Vielleicht tut uns dieses Vertrauen auch heute gut.

00:00:42: Nicht alles können wir planen, nicht alles können wir bestimmen, aber wir können im neuen Jahr mit Vertrauen begegnen.

00:00:49: Vielleicht auch manch einen Aufbruch ins Unbekannte und neue Wagen, mit Offenheit, mit Hoffnung.

00:00:56: Wer weiß, vielleicht wird es ja gut.

00:01:12: Abraham lässt mich nicht los.

00:01:13: Dieser Mensch, der aufsteht und geht, das sich auf den Weg macht, ohne alles zu wissen, ohne fertigen Plan, aber mit Vertrauen.

00:01:21: Und genau dieses Vertrauen bewundere ich auch bei Menschen heute, bei denen, die einfach losgehen, die sich etwas zutrauen, die reisen, entdecken, Neues sehen wollen, die nicht nur träumen, sondern aufstehen und machen.

00:01:35: Vor allem beim Reisen spürt man das.

00:01:37: Dieses innere Ja, dieses Ich probier das jetzt.

00:01:41: Andere Länder, andere Kulturen, andere Menschen kennen zu lernen.

00:01:44: Das macht weit.

00:01:46: Es verändert den Blick, es lehrt uns, dass die Welt größer ist als unser eigener Horizont.

00:01:51: Und ja, offen sein kann man auf und zu Hause aus.

00:01:54: Man kann lesen, zuhören, sich interessieren, die Welt an sich heranlassen.

00:01:59: Das ist gut, aber manchmal braucht es einen Schritt hinaus.

00:02:02: Und manchmal reicht ein offenes Herz im Alltag.

00:02:06: Ich merke, Vertrauen ist nicht nur still, Vertrauen ist auch mutig.

00:02:10: Es bringt uns in Bewegung.

00:02:12: Es lässt uns aufstehen, es lässt uns gehen.

00:02:15: Und vielleicht ist genau das die Spur von Abraham bis heute.

00:02:18: Nicht zu warten, bis alles sicher ist, sondern zu vertrauen und loszugehen.

00:02:34: In den Bergensadiniens, rund um Noro und auf der griechischen Insel Icaria gibt es Orte, an denen Menschen auffallend alt werden.

00:02:45: Nicht weil sie dem Leben mehr Tage abbringen, sondern weil sie den Tagen mehr Sinn geben.

00:02:50: Ihren Sinn, den sie in allem finden, was sie tun.

00:02:53: In Japan nennt man dieses Prinzip Ikigai.

00:02:57: Das, wofür es sich lohnt, am Morgen aufzustehen.

00:02:59: Und dieser Sinn liegt nicht im Besonderen, sondern im Einfachen, in der Arbeit, auf dem Feld, im Kochen, im Reparieren, in den alltäglichen Handlungen, die uns vielleicht banal erscheinen und die dort voller Bedeutung sind.

00:03:12: Alt wird man dort nicht allein.

00:03:14: Gemeinschaft gibt den Tagen Gewicht.

00:03:16: Man arbeitet zusammen, spielt miteinander, tauscht sich aus und findet sich in Gruppen, die den Alltag tragen.

00:03:22: Alle werden gebraucht, alle haben ihren Platz.

00:03:25: Möglicherweise ist das Teil ihres Ichigeis ein Leben, das Sinn hat, weil es getragen ist von Gemeinschaft, vom Tun und von etwas größerem als wir selbst.

00:03:35: Und bei uns?

00:03:36: Unsere Gasthäuser werden still.

00:03:38: Unsere Feste werden privat.

00:03:40: Unsere Welt wird leiser, aber auch einsamer.

00:03:43: Vielleicht dürfen wir uns erinnern, dass wir nicht fürs Alleinsein geschaffen sind, sondern für ein Miteinander.

00:03:49: Und dass ein geteiltes Leben wie ein geteiltes Brot mehr nähert, als wir glauben.

00:04:14: Wenn ich an Abraham denke, an seinen Aufbruch ins Unbekannte spüre ich, dass Vertrauen immer mit Bewegung verbunden ist.

00:04:21: Aufstehen, losgehen, sich öffnen.

00:04:23: Das verändert den Blick auf die Welt.

00:04:25: Und wenn ich an die Menschen in Okinawa, Nuoro oder Icaria denke, an die Orte, die man Blue Zones nennt, weil hier Menschen auffallend alt werden, spüre ich, wie sehr ihr Leben von Aktivität, Nähe, Freude getragen ist.

00:04:40: Jede kleine Handlung, jede Begegnung, jeder Beitrag im Alltag zählt.

00:04:45: Alle werden gebraucht, alle haben ihren Platz.

00:04:48: Hier bei uns?

00:04:50: Fast jeder fünfte Mensch in Österreich lebt allein.

00:04:52: Manche ziehen sich bewusst zurück, andere erleben Einsamkeit, die sie nicht gewählt haben.

00:04:58: Es macht einen Unterschied, ob man allein sein darf oder ob man einsam ist.

00:05:03: Vielleicht ist das unsere Chance.

00:05:05: Wir können näher gestalten, Begegnungen ermöglichen, Räume schaffen, in denen Menschen sich sehen und unterstützen.

00:05:12: So entsteht Gemeinschaft, die trägt, die Sinn gibt.

00:05:15: Wie bei Abraham, wie in den Blue Zones.

00:05:18: Und vielleicht dürfen wir uns fragen, wie kann ich heute ein Stück Verbundenheit schenken?

00:05:24: Was kann ich beitragen?

Über diesen Podcast

Gedanken über Gott und die Welt sollen Impulse geben: zum Innehalten, um Fragen zu stellen und Antworten zu finden.

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