Gott und die Welt

Gott und die Welt

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00:00:00: Antenne Gott und die Welt, der Podcast.

00:00:03: Ich hab dich lieb.

00:00:05: Ein Satz, der für manche leicht über die Lippen geht und für andere fast eine kleine Mutprobe ist.

00:00:10: Wir alle gehen so unterschiedlich mit Gefühlen um.

00:00:13: Manche von uns reden viel darüber, andere zeigen lieber, was sie fühlen ohne viele Worte.

00:00:19: Und dann gibt es Menschen, denen große Gesten wichtig sind, wenn's Rosen regnet und so.

00:00:24: Vieles davon hat damit zu tun, wie wir es selbst gelernt haben.

00:00:28: Wie oft haben unsere Eltern gesagt, dass sie uns lieb haben?

00:00:31: Wie oft haben sie uns umarmt und uns einfach spüren lassen?

00:00:34: Ich bin da für dich.

00:00:36: Nicht alle von uns haben das so erlebt.

00:00:38: Aber eines ist sicher.

00:00:40: Wir können es lernen, Gefühle auszudrücken, Nähe zu schenken, Berührungen zuzulassen und wir lernen es am besten durch Erfahrung.

00:00:48: Wenn wir also zu denen gehören, denen es leicht fällt ein, ich hab dich lieb, zu verschenken, dann tun wir es, damit auch andere erfahren dürfen, wie es sich anfühlt und vielleicht selbst den Mut finden, es weiterzugeben.

00:01:17: Berührungen sind so viel mehr als Körperkontakt.

00:01:20: Wenn wir jemanden umarmen und sei es nur für zehn oder zwanzig Sekunden, passiert etwas in uns.

00:01:26: Unser Körper schüttet Oxytozin aus, das sogenannte Kuschelhormon.

00:01:30: Es stärkt Vertrauen, Nähe und unseren Wohlbefinden.

00:01:34: Gleichzeitig sinkt der Spiegel des Stresshormons Cortisol.

00:01:38: Wir werden ruhiger, sicherer, verbundener.

00:01:41: Eine Studie der Ruhr-Universität Bochum zeigt, schon kurze bewusste Umarmungen haben positive gesundheitliche Effekte.

00:01:49: Sie können sogar unseren Blutdruck senken.

00:01:52: Natürlich gilt, Nähe darf nur dort stattfinden, wo sie auch wirklich gewünscht ist.

00:01:56: Aber vielleicht dürfen wir uns wieder öfter erlauben, echter Berührungen zu schenken.

00:02:01: Solche, die Gänsehaut machen, die uns aus dem Kopf holen und zurück ins Herz bringen.

00:02:07: Die uns erinnern, wir sind nicht allein.

00:02:09: Gerade jetzt, wo die Adventszeit vor der Tür steht, können wir uns fragen, wo könnte ich heute jemanden etwas Wärme schenken?

00:02:17: Vielleicht sogar mit einer Umarmung.

00:02:30: Manchmal braucht es gar keine große Umarmung, um einem Menschen Nähe zu schenken.

00:02:35: Manchmal reicht ein kurzer Moment.

00:02:38: Neulich war ich mit meiner Tochter im Supermarkt.

00:02:40: Vor uns an der Kasse stand ein älterer Mann.

00:02:43: Er sah zu uns rüber.

00:02:44: Ich schenkte ihm ein Lächeln und ich sah, wie er kurz überlegte, ob er es annehmen darf.

00:02:50: Dann lächelte er zurück.

00:02:51: Er begann zu reden, fragte ob er mich kenne, ob ich vielleicht eine Schwester habe.

00:02:56: Wir plauderten ein paar Minuten, nichts Besonderes und doch irgendwie sehr besonders.

00:03:02: Als er ging, leuchteten seine Augen, ein wenig mehr als vorher vielleicht.

00:03:07: Auf seinem Band lagen nur Katzenfutter, vielleicht lebte er allein, vielleicht auch nicht.

00:03:12: Ich weiß es nicht, aber ich weiß, für manche Menschen sind solche kleinen Begegnungen der einzige Kontakt an einem ganzen Tag.

00:03:20: Meine Tochter fragte, warum ich mit ihm gequatscht habe und ob ich ihn kenne.

00:03:24: Wieso ich mit dem fremden Rede?

00:03:25: Und ich dachte, vielleicht genau deshalb, weil ein paar freundliche Worte manchmal das Gefühl schenken, dazu zu gehören, gesehen zu werden, Teil der Welt zu sein.

00:03:56: Die letzten Tage Haben wir darüber gesprochen, wieviel Nähe uns Menschen bedeutet, durch Worte, Berührungen oder kleine Begegnungen im Alltag.

00:04:05: Heute möchte ich einen Schritt weitergehen.

00:04:07: Wir alle können den Advent ein kleines Stück heller machen, nicht unbedingt durch große Gesten, sondern durch die Leisen, die die Fast niemand bemerkt, außer dem Menschen, der sie empfängt.

00:04:18: Ein kurzer Anruf, nur um zu sagen, ich habe an dich gedacht, Eine Nachricht, die ohne Grund kommt, jemanden beim Tragen zu helfen oder einfach diesem Impuls zu folgen, der manchmal in uns aufblitzt.

00:04:30: Sprich sie an, frag nach.

00:04:32: Lächeln zurück.

00:04:34: Es geht nicht darum, immer für alle und alles da zu sein.

00:04:37: Es geht darum, ganz kurz da zu sein, so wie wir es selbst manchmal brauchen, denn am Ende passiert dann etwas Schönes.

00:04:45: Die Wärme, die wir anderen schenken, kommt auf irgendeinem Weg wieder zu uns zurück.

00:04:50: Vielleicht nicht sofort, vielleicht nicht sichtbar, aber sie bleibt nie aus.

00:04:54: Und so kann ein kleiner Moment oft zu einer großen Veränderung führen.

Über diesen Podcast

Gedanken über Gott und die Welt sollen Impulse geben: zum Innehalten, um Fragen zu stellen und Antworten zu finden.

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