00:00:00: Antenne Gott und die Welt, der Podcast.
00:00:03: Am ersten November feierten wir das Fest aller Heiligen.
00:00:07: Es erinnert an all jene Menschen, die als Heilige in ihrem Leben eine besondere Beziehung zu Gott gelebt haben.
00:00:14: Solche Vorbilder gibt es einige.
00:00:16: Unsere Namen erinnern daran.
00:00:19: Viele der bekannten Heiligen begegnen uns dabei im November und Dezember.
00:00:23: Der Heilige Martin hat etwa seinen Mantel mit einem amwegs sitzenden Mann geteilt.
00:00:29: Die heilige Elisabeth von Thüringen kümmerte sich im dreizehnten Jahrhundert um arme Menschen.
00:00:34: Selbiges tat der heilige Nikolaus ein paar Jahrhunderte früher in Mürer in der heutigen Türkei.
00:00:40: Bei aller Unterschiedlichkeit und obgleich sie zu ganz unterschiedlichen Zeiten gelebt haben, verbindet sie die Sorge um ihre Mitmenschen.
00:00:48: Vielleicht können ihre jeweiligen Gedenktage auch uns zum Nachdenken animieren.
00:00:53: Wie engagiere ich mich für andere?
00:00:55: Wann war ich zuletzt jemanden behilflich?
00:00:58: Ein Anruf bei jemandem, den ich vielleicht schon länger nicht mehr gehört habe.
00:01:02: Ein Einkauf für die Nachbarin.
00:01:04: Ein kleines Gespräch im Lift.
00:01:06: Aktivitäten wie diese sind es, die uns als Gesellschaft solidarischer zusammenrücken lassen.
00:01:11: Und die uns ein Stück weit begreifbar machen, was es mit diesen Heiligen wie dem Heiligen Martin, der Heiligen Elisabeth oder dem Heiligen Nikolaus auf sich hat.
00:01:33: Mehr als dreihunderttausend Menschen in Österreich sind von sogenannte absoluter Armut betroffen.
00:01:40: Mehr als eine Million Menschen gelten als Armuts gefährdet.
00:01:44: Absolute Armut wird in einem Artikel auf der Homepage der Karre das Österreich so definiert, dass sich Menschen wichtige Grundbedürfnisse nicht leisten können.
00:01:53: Viele Hilfsstrukturen, öffentlich wie privat, bemühen sich darum, auf das Thema Armut hinzuweisen und sie zumindest ein Stück weit zu lindern.
00:02:03: Auch Kirche versucht, das Thema Armut hochzuhalten.
00:02:06: Ist doch der Dienst gegenüber all jenen, die es nicht leicht haben, in der Bibel grundgelegt.
00:02:12: Nicht zuletzt deswegen hat der im Frühjahr, den sogenannten Welttag der Armen initiiert.
00:02:21: Um das Thema Armut in den Blick zu nehmen.
00:02:24: Im heurigen Jahr steht dieser Welttag unter dem Motto, du bist meine Hoffnung.
00:02:29: Für wen?
00:02:30: Bin ich vielleicht ganz persönlich auch so ein Stück Hoffnungsgeber, Hoffnungsgeberin?
00:02:36: Eine Frage, die dazu animieren kann, Not im Kleinen und im Großen zu lindern.
00:02:41: Für die dreihunderttausend Menschen in absoluter Armut in Österreich, aber auch darüber hinaus.
00:02:58: Vielfach wird Armut sehr stark mit dem Thema Geld oder mit dem nicht stillen Können von Grundbedürfnissen verbunden.
00:03:05: Die Palette der unterschiedlichen Formen von Armut ist jedoch um einiges größer.
00:03:10: Viele Menschen leiden, auch oft unbemerkt, am Beziehungsarmut.
00:03:14: Nicht selten wird Einsamkeit als wohl eine der größten gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit angesehen.
00:03:20: Ein Beispiel von vielen.
00:03:22: Daneben wird unserer Gesellschaft immer wieder Nicht selten gerade jungen Menschen eine gewisse Empathie Armut nachgesagt.
00:03:30: Also ein Nicht wahrnehmen können oder gar wollen dessen, was über den je eigenen Tellerrand hinausgeht.
00:03:37: Ja, Armut hat viele Gesichter.
00:03:39: Welche Formen von Armut nehme ich in meinem Umfeld wahr?
00:03:43: Auch wenn Armut weit präsenter ist, als wir es wahrhaben wollen, ist es schön, dass es zugleich auch viele Gesichter der Solidarität gibt.
00:03:51: Ein tolles Beispiel hierfür ist etwa die Sozialaktion «Zweihundsiebzig Stunden ohne Kompromiss».
00:03:57: Jugendliche und junge Erwachsene nutzen unterschiedliche Projekte dafür, die Welt ein Stück weit solidarischer und mittmenschlicher zu gestalten.
00:04:06: Ein starkes Zeichen hierfür, dass junge Menschen sehr wohl über den eigenen Teller anschauen und ein starkes Zeichen der Solidarität in einer Welt, in der Armut in so vielschichtigen Formen zutage tritt.
00:04:38: Blickt man auf das Wort Amut, so steckt darin auch das Wort Mut.
00:04:43: Und ja, vielfach braucht es wirklich Mut, wenn man mit dem Thema Amut zu tun hat.
00:04:49: Mut bedarf es vor allem bei den Betroffenen, etwa wenn es darum geht, sich einzugestehen, dass man in irgendeiner Form Unterstützung benötigt.
00:04:57: Mut braucht es jedoch oft auch bei Helfenden.
00:05:00: Nicht immer ist das Engagement für all jene, die in irgendeiner Form von Armut oder Benachteiligung betroffen sind, beziehungsweise, wenn es darum geht, soziale Missstände aufzuzeigen, von Zustimmung geprägt.
00:05:12: Nicht selten wird ein solches Engagement für andere als gutmenschen Tum abgetan.
00:05:17: Vielleicht auch deswegen, aber auch aus eigener Bescheidenheit heraus, geschieht vieles von diesem Einsatz für andere still und unbemerkt.
00:05:25: Doch wäre es nicht schön, wenn viele Menschen über ihr Engagement in sozialen Fragestellungen erzählen würden.
00:05:31: Wäre es nicht ebenfalls wichtig, dass gerade auch Institutionen wie Religionsgemeinschaften noch stärker ihre Stimme erheben, wenn es darum geht, für Solidarität, mit menschlichen Respekt und ein friedvolles Miteinander einzutreten.
00:05:44: Ja, hierfür braucht es eine Portion Mut.
00:05:47: Eine Portion Mut, die ich uns allen wünsche, um unsere Welt solidarischer, mitmenschlicher und friedvoller zu gestalten.
00:05:55: Anton Tauschmann, katholische Kirche Stermack.
00:05:58: Antenne Gott und die Welt, der Podcast.