Gott und die Welt

Gott und die Welt

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00:00:00: Antenne Gott und die Welt, der Podcast.

00:00:03: Wir alle kennen das Gefühl von Einsamkeit auf die eine oder andere Weise.

00:00:08: Trotzdem spricht kaum jemand darüber.

00:00:10: Wer zugibt, sich einsam zu fühlen, bekommt sofort gut gemeinte Ratschläge.

00:00:15: Geh doch einfach raus und unter Menschen, dann fühlst du dich gleich besser.

00:00:19: Oder suhtet auch eine Gruppe oder einen Verein in deiner Nähe, dann lernst du neue Leute kennen und ihr trefft euch regelmäßig.

00:00:27: Manchmal heißt es auch ... Lenk dich einfach ab.

00:00:30: Beschäftige dich, das wird schon.

00:00:32: Die eine oder andere Idee funktioniert vielleicht auch.

00:00:35: Aber als Ratsuchende bekommt man doch irgendwie das Gefühl, man sei eben selbst schuld an dem Problem und man muss sich nur ein bisschen anstrengen.

00:00:44: Aktiv etwas tun, dann wäre Einsamkeit überhaupt kein Thema.

00:00:49: Ist euch schon einmal aufgefallen, dass diese Art von Ratschlägen besonders oft bei negativen Gefühlen auftauchen?

00:00:56: Wir könnten es auch einmal mit einem schlichten Annehmen versuchen.

00:01:00: In so einer Situation, also zum gegenüber etwas zu sagen, sich einsam füllen, ist echt schwer.

00:01:07: Es macht traurig und irgendwie wütend zugleich.

00:01:09: Ich verstehe dich.

00:01:11: Ich bin für dich da.

00:01:27: Internet, Smartphone und Social Media haben die Welt ziemlich klein werden lassen.

00:01:32: Wir können jederzeit mit Menschen telefonieren, mit oder ohne Video, Fotos und Nachrichten schicken.

00:01:38: Egal, wie weit wir voneinander entfernt sind.

00:01:41: Dazu kommen Social-Media-Plattformen, die uns regelmäßig dazu animieren, irgendeine Art von Lebenszeichen von uns zu geben oder die Lebenszeichen anderer zu kommentieren.

00:01:52: So bleiben wir mit sehr vielen Menschen in Kontakt, wenn auch meist eher oberflächlich.

00:01:57: Die digitalen Möglichkeiten geben uns ein anderes, spezielles Gefühl von Nähe, das gleichzeitig auch distanziert bleibt.

00:02:04: Wir haben zwar Gesellschaft, aber nicht automatisch Geborgenheit.

00:02:08: Die digitale Welt kann außerdem eine andere Art von Einsamkeit auslösen.

00:02:13: Wer auf Instagram und Co.

00:02:15: seine bevorzugte Bubble findet, also Menschen mit gleichen Interessen und Werten, fühlt sich zuerst meist zugehörig und angenommen.

00:02:24: Aber Social Media zeigt immer nur Ausschnitte.

00:02:27: Die Inhalte sind sehr bewusst ausgewählt, oft geschönt, zugespitzt oder inszeniert.

00:02:32: Auch wenn es zuerst so aussieht, sie entsprechen eben nicht dem eigenen Alltagsleben.

00:02:37: Und diese Erkenntnis sorgt dafür, dass wir das Gefühl bekommen draußen zu stehen und uns in mitten all der digitalen Inhalte und Kontakte doch wieder einsam fühlen.

00:03:00: Sich einsam fühlen und alleine sein sind zwei Dinge, die zusammenhängen können, aber nicht unbedingt müssen.

00:03:06: Denn manchmal überfällt uns das Gefühl, einsam zu sein, auch dann, wenn wir mitten unter Menschen sind.

00:03:12: Wenn um uns herum Trubel herrscht, dann spüren wir innerlich einen Stich und Eine Art von plötzlicher Traurigkeit.

00:03:19: Woher das kommt, lässt sich oft schwer sagen.

00:03:22: Vielleicht fühlen wir uns in dem Moment aus irgendeinem Grund so, als würden wir nicht dazugehören.

00:03:27: Oder wir haben Sehnsucht nach etwas Anderem.

00:03:30: Etwas, das in dieser Situation gerade nicht erfüllt werden kann oder das wir gar nicht richtig benennen können.

00:03:36: Umgekehrt müssen wir uns nicht automatisch einsam fühlen, wenn wir alleine sind.

00:03:41: Zeit ganz für uns selbst.

00:03:43: ohne andere Menschen oder Ablenkungen, kann sogar richtig gut tun.

00:03:47: Beim oft genannten Spaziergang in der Natur einmal so richtig zur Ruhe zu kommen oder auch den ganz normalen Alltag nur für sich selbst erleben.

00:03:56: Die eigenen Bedürfnisse in den Mittelpunkt stellen und sich mit niemandem bereden oder abstimmen müssen.

00:04:02: Klingt irgendwie egoistisch?

00:04:03: Nein.

00:04:04: Wir sind im Alltag viel und oft für andere da, leisten Beziehungsarbeit, schließen Kompromisse.

00:04:10: In der Zeit ganz für uns alleine können wir auch dafür wieder Kraft schöpfen.

00:04:35: Bestimmt waren viele von euch in den letzten Tagen am Friedhof, um die Gräber von verstorbenen Verwandten und anderen geliebten Menschen zu besuchen.

00:04:43: Auch hier kann manchmal eine Art von Einsamkeit auftauchen, wenn wir jemanden plötzlich wieder intensiv vermissen und uns irgendwie allein gelassen fühlen.

00:04:53: Aber gleichzeitig können wir hier auch spüren, das Erinnern ist eine ganz besondere Form der Nähe.

00:04:59: die uns über Trauer und Einsamkeit hinweghilft.

00:05:02: Wir können uns mit Menschen verbunden fühlen und ihre Gegenwart spüren, auch wenn sie nicht mehr hier sind.

00:05:08: Sie haben einen Platz in unserem Leben, den wir mit Erinnerungen füllen und lebendig halten.

00:05:13: Und nicht zuletzt gibt es da eine ganz besondere Präsenz in unserem Leben, die immer da ist und uns niemals alleine lässt.

00:05:21: Wenn wir offen dafür sind und es zulassen, können wir spüren, Gott ist da.

00:05:26: trägt, begleitet und hält uns.

00:05:29: In den belebten Momenten genauso wie in den Einsangen.

Über diesen Podcast

Gedanken über Gott und die Welt sollen Impulse geben: zum Innehalten, um Fragen zu stellen und Antworten zu finden.

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