00:00:00: In der Klasse beginnen wir unseren Unterricht mit einem Gebet.
00:00:07: Alle setzen sich dafür auf die Tische, weil wir das sonst nie tun.
00:00:10: Für einen Moment steigen wir aus.
00:00:12: Manche sind mehr, manche weniger bei sich, aber man merkt, es wird sich bemüht.
00:00:17: Augen schließen, hören, was rundherum passiert, spüren, was in uns drinnen ist, ruhig atmen.
00:00:23: Ein kleines Einschäcken bei uns selbst.
00:00:25: Weil ich finde, dass das eine gute Art ist, anzufangen, möchte ich heute dieses Gebet mit euch teilen.
00:00:31: Für eure Anfänge und für alles dazwischen.
00:00:34: Es beinhaltet so einiges fürs Leben in seinen wenigen Sätzen.
00:00:38: Flügel wünsche ich mir Gott.
00:00:40: Flügel, um davon zu fliegen.
00:00:42: Flügel, um alles hinter mir zu lassen.
00:00:44: Die Sorgen, die mich belasten.
00:00:46: Die Probleme, die mich in Atem halten.
00:00:48: Die Menschen, denen ich nicht gerecht werde.
00:00:51: Lassen wir die Dinge, die uns nicht gut und hinter uns.
00:00:54: Wir müssen nicht allem und jeden gerecht werden.
00:00:57: Wir dürfen unsere Sorgen ablegen und aufatmen für uns.
00:01:15: Mein Gebet für diese Woche führt mich in die zweite Strophe, die da lautet.
00:01:19: Flügel wünsche ich mir Gott, um auszubrechen aus dem alltäglichen, aus dem gewöhnlichen, aus dem immer wiedergleichen, das oft zu unendlich mühsam ist.
00:01:29: Manchmal ist das Alltägliche für uns mühsam, Wir wollen ausbrechen.
00:01:34: Es soll sich was verändern.
00:01:36: Aber wie schön wäre es, wenn das Alltägliche unser Glück sein könnte?
00:01:40: Nicht immer kann sich alles leicht und nach Friedefreude Eierkuchen anfühlen.
00:01:44: Aber ich bete dafür, dass es so wird.
00:01:47: Denn unsere Zeit hier ist endlich und unendlich wertvoll.
00:01:51: Also wünsche ich mir jeden Tag diese Flügel, die uns mit mehr Leichtigkeit und Freude durch unsere Alltäglichkeit tragen.
00:02:11: Heute lese ich die dritte und letzte Strophe von unserem Schulgebet.
00:02:15: Flügel wünsche ich mir Gott, um hinzufliegen zu dir, um bei dir auszuruhen für lange Zeit.
00:02:22: Manchmal wünsche ich sie mir, die Flügel, die mich hintragen zu diesem göttlichen, nicht um aus der Welt zu verschwinden, sondern um für einen Moment bei ihm oder ihr auszuruhen, vielleicht um Rat einzuholen oder einfach Pause zu machen.
00:02:36: Dieser Gedanke tut gut.
00:02:38: bei Gott Pause zu machen, so wie man es sich in einer Uase niederlässt.
00:02:42: Und dann schafft man wieder neue Kraft aus diesem Frieden und der Ruhe.
00:02:47: Wenn ich dann wieder in den Alltag zurückkehre, gehe ich leichter, freier, als hätte dieser Ort der Moment mir Flügel geschenkt.
00:03:15: Manchmal entstehen Wunder genau dort, wo zuerst Schmerz ist.
00:03:19: Heute geht es um eine kleine, aber unglaublich wertvolle Geschichte.
00:03:23: Ich erzähle sie gerne in der Schule, aber auch in Situationen, die traurig oder aussichtslos erscheinen.
00:03:29: Außerdem liebe ich ja kleine Wunder.
00:03:31: Also geht es heute um das Wunder der Perle.
00:03:35: Die Erzählung handelt von einer kleinen Muschel, in die ein Sandkorn eindringt.
00:03:39: Es reibt, es schmerzt, es stört.
00:03:42: Doch die Muschel findet einen Weg.
00:03:43: Sie umhüllt das Sandkorn Schicht für Schicht mit Perlmut.
00:03:47: Aus dem, was weh tut, entsteht langsam etwas Kostbares.
00:03:50: Eine wunderschöne Perle.
00:03:52: Für mich steckt darin eine Botschaft fürs Leben.
00:03:55: Auch meine Sorgen, Kratzer und Verletzungen müssen nicht das Ende sein.
00:03:59: Sie können mit Geduld, mit Liebe und mit Begleitung verwandelt werden in etwas Wertvolles.
00:04:05: So erinnert uns die Perle daran, nichts bleibt nur Schmerz.
00:04:09: Wir können im Glauben und mit Vertrauen selbst aus Schwerem, Neues und Schönes wachsen lassen.
00:04:22: Der Podcast.